Die Wattenmeer Insel Mandø

Mandø ist wohl eine der friedlichsten Inseln Dänemarks, und hat daher nicht viel gemein mit den anderen Urlaubsinseln im Wattenmeer. Das Mandø vom Tourismus fast unberührt geblieben ist, hat mit den Gezeiten zu tun, denn bei Flut ist die Insel ohne Verkehrsverbindung mit dem Festland. Mandø ist die einzige Insel im dänischen Wattenmeer, die von einem Deich fast ganz rund herum geschützt ist. Die kleine Insel ist 8 km2 groß. Eine kleine Dünenreihe auf dem höchsten Punkt der Insel gibt den Einwohnern Schutz vor dem Wasser vom Westen. Mandø wird das erste mal 1231 erwähnt und war damals im Besitz des Königs. 1741 haben die Einwohner der Insel, die Insel bei einer Auktion gekauft. Damals war das Hauptgewerbe der Männer die Seefahrt, während die Frauen für die Landwirtschaft zuständig waren. Im Jahr 1890 bewohnten 262 Menschen die Insel, heute leben dort ca. 60 Bewohner.

Mandø ist eine Marschinsel und von Sandhalligen umgeben. Der Abstand zu Vester Vested auf dem Festland von Mandø ist 11 km, hiervon sind 6 km durch das Wattenmeer. Es wird den Gästen die für einen Tag Mandø besuchen wollen empfohlen, den Mandø – Bus zu nehmen. Es ist ein Traktor-Bus, der in der Sommerhälfte täglich (in den Wintermonaten nach Absprache), vom Parkplatz westlich von Vester Vested fährt. Die Abfahrtszeiten wechseln je nach den Gezeiten. Oft wird mit einem Doppel-Decker Wagen gefahren, wo man von oben phantastische Aussicht hat. Die Fahrt beträgt ca. 40 Minuten. Der Traktor-Bus fährt einen kleinen Kilometer westlich durch die Marsch, über den Deich, danach hat man eine fabelhafte Aussicht auf das Wattenmeer. Unterwegs kann man sehen wie Land eingewonnen wird, z. B. am Låsningsvej. Die niedrigen Zäune (Faschinen) werden um sogenannte Schlickhöfe aufgesetzt. Schlick und anderes wird dann mit der Flut angespühlt und abgelagert. Dieser Prozess wird weiter gefördert indem man Gräben zieht.

Låsningsvejen ist ein niedrig angelegter Kieselweg im Wattenmeer, der normalerweise 2 mal in 24h von den Gezeiten überschwemmt wird. Auf dem südlichen Teil liegt der Mandø Ebbeweg (mit Peilbesen markiert), hier ist es verboten zu fahren. Ohne genaue Einsicht in die Gezeiten und dem damit verbundenen Risiko, besteht hier eine große Chance von der Flut überrascht zu werden. Beide Wege, Låsningsvejen und der Mandø Ebbevej, enden auf der nordöstlichen Seite der Insel. Hier überquert man den Deich und ein Rost, was verhindern soll, dass die Schafe auf dem Vorland auf die Insel kommen. Dann kommt man nach GL. Mandø, wo Stadt und Kirche lagen, bis eine Sturmflut vor Jahrhunderten die Bewohner von Mandø gezwungen hat umzusiedeln zu dem jetzigen Ort. Die Insel war früher in zwei geteilt mit mehreren Inselchen und wurde erst beim Deichbau in den 1930 ern, zu einer Insel.

Der größte Teil Mandøs besteht in niedrigen Marschwiesen mit einem 100 Meter breiten Dünengürtel gegen Westen. Bei der Ankunft auf Mandø, ist es gut das Mandø Center zu besuchen und die Ausstellung zu sehen über Mandø. Danach kann man gut entweder zu Fuß oder per Fahrrad die Insel besichtigen. Wenige Meter von der Haltestelle des Mandø-Busses, kann man das Mandøhus besichtigen, ein altes Seefahrerheim von ca. 1831, heute als Museum. Richtung Süden liegt die Kirche, die aus 1639 stammt. An einem kleinen Pfad, an der Rettungsstation vorbei, kommt man auf eine Düne, an den Aussichtspunkt der Insel, der Richtung Westen geht. Von hieraus kann man einen tollen Sonnenuntergang sehen über das Meer und die Watt. Unterhalb der Düne steht die Sturmflutsmakierung. Diese zeigt wie hoch das Wasser stand z.B. bei der größten Sturmflut in 1634. Diese Sturmflut hat die Stadt auf Gl. Mandø zerstörrt, wonach die Einwohner in die 10 m. hohen Dünen gezogen sind, wo die Stadt heute liegt. Im nördlichen Teil der Stadt liegt die alte Mühle von 1832. Gegenüber liegt ein Spezialgeschäft mit Fotos von Mandø, Vorträge in Deutsch/Dänisch sowie div. Literatur.

Mandø hat ein einzigartiges Vogelleben mit mehreren Tausenden brütenden Vogelpaaren z.B. Strandelstern, Eiderenten, Seeschwalben und Strandläufer. Deswegen geben Sie bitte in der Brutzeit im Frühling besonders Rücksicht, wenn Sie sich auf der Insel bewegen.

Mit einem Fernglas kann man nicht nur die Natur und Vögel bewundern, sondern bei Ebbe oft auch Seehunde sehen, die sich auf den Sandbänken bei der Mandø Schleuse bewegen.

Auf einer Tour auf dem Watt, bei Mandø, kann man Sandwürmer graben, Muscheln sammeln, Krabben fangen und in den Prielen baden. Aber immer informieren, wann die Flut kommt. Gehen Sie nie zu weit raus auf das Watt ohne Kompass, da oft Nebel kommen kann und die Flut sehr schnell zurück kommt.